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Ausbildung
zum Rettungshund
"Ich will ein Rettungshund werden."
Der Rettungshund, dazu ausgebildet, Menschen in unübersichtlichem Gelände
oder unter Trümmern aufzuspüren, ist ein hochqualifizierter Spezialhund. Die
Auszeichnung als Rettungshund ist ein Ziel, dass sehr hoch gesteckt ist und
das nicht alle Hunde erreichen werden.
Diese Gewissheit soll keineswegs abschreckend wirken. Doch wir müssen uns
vor Augen halten, dass wir uns ein Ausbildungsziel gesetzt haben, dass nicht
mal so eben zu erreichen ist. Es verlangt sehr viel, nicht nur von unserem
Hund, sondern vor allem von uns, dem Hundeführer.
Wenn man einen bereits ausgebildeten Suchhund bei der Arbeit beobachtet,
erscheint uns seine Aufgabe als sehr leicht. Alles erscheint einfach und
natürlich zu sein. Doch dieses resultiert nur aus der Tatsache, dass der
Hund bei seiner Arbeit viele seiner natürlichen Triebe und Instinkte
ausleben darf. Er liebt es, auf Jagd zu gehen, sei es nun um zu spielen oder
ein Leckerle zu bekommen. Hinzu kommt, dass man ihm das Gefühl vermittelt,
endlich wieder suchen zu dürfen und nicht schon wieder suchen zu müssen. Am
Ziel der Ausbildung ist der Rettungshund in der Lage, Menschenleben zu
retten. Dieser Umstand ist es, der den langen Ausbildungsweg lohnenswert
macht, wobei natürlich der Spaß an der Arbeit mit dem Hund nicht zu kurz
kommt.
Die Einsicht, dass der Rettungshund ein hochqualifizierter Spezialhund ist,
bedingt auch einen völlig anderen Umgang mit dem eigenen Hund. Der
Hundeführer muss sich bewusst sein, dass der zukünftige Rettungshund kein
vermenschlichter Kinderersatz ist.
Deshalb muss man bereit sein, ständig hinzu zu lernen, denn im Normalfall
sind wir genauso gewöhnliche Hundebesitzer, wie unsere Hunde auch nur
gewöhnliche Vierbeiner sind. Wir werden erst nach und nach zu Spezialisten.
Einige Anmerkungen zur Ausbildung
Wichtig ist zum einen der Grundsatz, dass man sich und dem Hund den langen
Ausbildungsweg in viele kleine Etappen zerlegt. Im Vordergrund steht, dass
man das Ziel erreicht, nicht wann! Der größte Fehler bei der Ausbildung ist
die Überforderung des Hundes. Der Grund dafür ist immer der Hundeführer mit
falsch interpretiertem Ehrgeiz. Der Hund selber kennt diesen nicht.
Man kann und darf den Leistungsstand seines Hundes niemals an dem eines
anderen Hundes messen. Jeder Vierbeiner ist so individuell wie er nur sein
kann und braucht dementsprechend eine individuelle Ausbildung. Er lernt
manches schneller und manches langsamer als seine Kollegen und befindet sich
auf seiner eigenen Ausbildungsstufe.
Ein weiterer wichtiger Punkt in der Ausbildung ist es, dass man immer wieder
versuchen muss, sich in den Hund hineinzuversetzen und im Umgang mit ihm
sensibler zu werden. Dabei müssen wir beachten, dass manches, was uns als
Kleinigkeit erscheinen mag, für den Hund eine schwere Aufgabe darstellt.
Kardinalfehler hier sind scheinbar leichte Übungen, die privat,
schlimmstenfalls mit ungeeigneten Fremdpersonen, trainiert werden. Schon
mancher brave Hund wurde auf diese Art und Weise für die Rettungshundearbeit
untauglich gemacht.
Hier gilt der Grundsatz, die Anforderungen in der Ausbildung, gesteuert
durch erfahrene Ausbilder, langsam und gefühlvoll immer höher
anzusetzen. Wenn wir den Hund für sein richtiges Verhalten ausgiebig loben
können, hat er aus einer Übung viel gelernt. Wir müssen uns in ihn
hineinversetzen und sensibel sein, damit wir ihn nicht überfordern. Wir
dürfen uns und ihn nicht unter Leistungsdruck setzen, denn der würde nur
hemmend wirken und uns den Spaß an der Arbeit nehmen. Nehmen wir uns
allerdings Zeit und Ruhe für kleine Schritte, haben wir mit unserem Hund
Erfolgserlebnisse, und er genießt es, mit uns zusammen zu arbeiten.
In der Regel steht nur der Mensch einer erfolgreichen Ausbildung zum
Rettungshund im Weg.
Ablauf der Ausbildung
Der Übungsbetrieb findet zweimal pro Woche statt und umfaßt
ca. 5-7 Stunden. Nach spätestens einem halben Jahr wird der Hund einem
Eignungstest unterzogen, um festzustellen, inwieweit sich der Hund
wirklich zum Rettungshund eignet.
Folgende Anforderungen werden dabei getestet:
Beute- und Spieltrieb
Bindung zwischen Hund und seinem Hundeführer
Interesse an Anzeigeübungen
Verhalten gegen Fremde
Verträglichkeit mit anderen Hunden
Verhalten bei akustischen Einflüssen
Verhalten in ungewohnten Situationen (torkelnde Menschen, Feuer etc.)
Verhalten bei Geräteübungen
Verhalten bei Begehung von unangenehmen Untergründen
Ziel des Eignungstest ist es, daß ein sicheres, unerschrockenes
und interessiertes Verhalten des Hundes zu erkennen ist. Hunde, die ein solches
Verhalten in mehreren Punkten nicht zeigen, werden nicht weiter zum Rettungshund
ausgebildet.
Die Dauer der Ausbildung beträgt ca. 2 Jahre. Nach dieser Zeit legt
der Hundeführer mit seinem Hund die Rettungshundeprüfung ab. Die Prüfung
muß alle 18 Monate wiederholt werden.
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